Kochabend 17.1.2026
Zum Einstieg in das neue Kochjahr haben wir zu einem Neujahrskochen eingeladen. Zum Essen waren auch unsere Partnerinnen willkommen, sodass wir an diesem Abend insgesamt vierzehn Personen waren.
Einen Löffelführer gab es diesmal nicht – stattdessen haben wir die Gänge untereinander aufgeteilt. Jürgen kümmerte sich um die Dekoration, und so war die Tafel rechtzeitig festlich und einladend hergerichtet.
Das Amuse übernahm Markus und brachte ein Snacks‑Dreierlei mit, das wir nach der Begrüßung im Stehen von Platten genossen:
Karottentartar im Buchweizentartelette mit Orangenschalen-Gel
Das zart gebackene Buchweizentartelette war gefüllt mit einem Karottentatar, das im Salzteig unter dem feinen Aroma von Kaffirlimettenblättern auf die perfekte Konsistenz gegart wurde. Verfeinert wurde es mit einem fruchtig‑aromatischen Orangenschalen‑Gel. Eine Crème‑fraîche‑Creme brachte mit Zitronensäure und geschmeidiger Fettigkeit zusätzliche Balance. Der Geschmack war intensiv nach Karotte, untermalt von den Noten der Kaffirlimette und der Orange – ein vegetarischer Snack, der dennoch vor Umami nur so strotzte.
Als zweiten Snack gab es :
Auch hier bildete ein Buchweizentartelette die Basis, diesmal jedoch in einer anderen Form gebacken. Gefüllt war es mit einem Forellen‑Rillettes aus geräucherter Forelle und frischem Staudensellerie. Getoppt wurde es mit Selleriegrün und Forellenkaviar. Ein frischer, würziger Happen, der im Nu verspeist war und überall zufriedene Gesichter hinterließ.
Natürlich war im dritten Snack keine echte Feder enthalten. Die Grundlage bildete eine feine Hühnerfrikassee‑Creme, eingebettet zwischen zwei knusprigen Tuilles, die in Federform gebacken waren. Der Teig erhielt durch knusprig getrocknete Hühnerhaut ein intensives Aroma; ein Teil wurde mit Sepiatinte eingefärbt, um die Feder optisch lebendiger wirken zu lassen. Für Frische und leichte Säure sorgten kleine Tupfer Avocadocreme. Die „Hühnerfeder“ sorgte für große Bewunderung – sowohl optisch als auch geschmacklich.
Rosmarin-Grapefruit-Gin-Fizz
Zu den Snacks wurde – je nach Wunsch – ein Gin Fizz entweder als Mocktail oder klassisch als Cocktail serviert. Fruchtige Noten, kombiniert mit Rosmarin und Wacholder, dazu die erwartete leichte Bitterkeit: ein erfrischender, aromatischer Auftakt, der sofort gute Laune verbreitete. Ein super Start in den Abend.
Doch der Spannungsbogen sollte keinesfalls abreißen. Bevor die Vorspeise gereicht wurde, gab es noch zwei Sorten Butter, die zu frisch aufgebackenem Brot gereicht wurden:
Einmal ganz klassisch und einmal aromatisiert mit geschmortem Rotkraut und einem Hauch Essig. Beide Buttersorten wurden mit einem kleinen, hauchdünnen Rotkraut‑Tuille getoppt – knusprig, intensiv im Geschmack und ein echter Hingucker. Zusammen mit dem frisch gebackenen Baguette waren sie ein willkommener Helfer gegen den ersten Hunger und ein schöner Übergang vom Snack‑Teil des Abends zur eigentlichen Vorspeise.
Doch lange mussten wir nicht warten, denn während wir die Snacks genossen, befüllte Jürgen immer wieder das Waffeleisen und zauberte unermüdlich eine Kartoffel‑Waffel nach der anderen:
Kartoffelwaffeln mit Rosenkohl
Eine wirklich schöne Kombination: Der Rosenkohl war kräftig gewürzt, vor allem durch den Speck, der ihm Tiefe und Würze verlieh. Die Kartoffelwaffeln selbst waren innen wunderbar saftig und außen herrlich knusprig – genau so, wie man es sich wünscht. Zusammen ergab das einen herzhaften, winterlichen Vorspeisengang, der sofort Lust auf mehr machte.
Danach hatte Jörg für uns folgende Suppe ausgesucht:
Eine feine, klassisch mit Eigelb gebundene Suppe, elegant und klar im Geschmack. Die Einlage aus Markklößchen und Eierstich brachte genau die richtige Portion Herzhaftigkeit, während ein Stück knusprig getrockneter Sellerie für Textur und ein aromatisches Highlight sorgte. Eine sehr elegante Suppe, die trotz ihrer Schlichtheit beeindruckte.
Dann folgte der Fischgang, den Andreas für uns ausgesucht hatte:
Der Zander war perfekt auf der Hautseite gegart – saftig, glasig und mit einer feinen, knusprigen Haut. Dazu gab es einen äußerst aromatischen Nussbutter‑Spitzkohl, der mit seiner warmen, nussigen Tiefe wunderbar zum Fisch passte. Abgerundet wurde der Gang durch eine elegante Beurre Blanc, die mit ihrer feinen Säure und Cremigkeit alles harmonisch verband. Ein sehr stimmiger, klassischer Fischgang, der bei allen gut ankam.
Zum Sorbet hatte uns Dirk dann direkt ein kleines Pré‑Dessert serviert:
Rosmarin-Trauben-Sorbet mit Yuzu-Gel und Honigwabe
Hinter diesem harmlos klingenden Titel verbarg sich eine wahre Aromenexplosion. Das Traubensorbet war perfekt mit Rosmarin aromatisiert – intensiv, klar und absolut weltklasse. Das Zusammenspiel aus Yuzu und Traubengel brachte eine brillante Balance aus Süße und Säure, die das Sorbet elegant umrahmte.
Doch dann kam der Moment, in dem man den Crumble erwischte: plötzlich schallerten Haselnuss und Zitronenpfeffer um die Ecke und setzten einen völlig neuen Akzent. Dazu die optisch wie haptisch beeindruckende Honigwabe, die Dirk meisterhaft vorbereitet hatte. Jeder Bissen schmeckte anders, je nachdem welche Komponenten man gerade erwischte – ein kleines Aromenkaleidoskop, das lange nachhallte und ein wunderbar warmes Gefühl im Mund hinterließ.
Was für ein Glück, dass Markus Dirk davon abgehalten hat, „nur“ ein Bratapfeleis beizusteuern. Stattdessen wurde es diese fantastische Kreation, die auch bei unseren Damen für Begeisterung sorgte.
Kann man das noch steigern?
Uwe und Dirk hatten tatsächlich noch etwas im Köcher:
Das Lamm war perfekt gegart – innen zart rosa, saftig und voller Eigengeschmack. Die Lammjus war tief aromatisch und wunderbar reduziert, genau die Art Sauce, die man am liebsten bis zum letzten Tropfen aufnimmt. Das Rotkrautgel, über viele Stunden aus Rotkohl gezogen, war intensiv, fast schon konzentriert, und setzte einen spannenden, leicht fruchtigen Kontrapunkt.
Mit den Herzoginnenkartoffeln ließen sich beide Saucen hervorragend aufnehmen – ein kleines Fest für alle, die gerne tunken.
Einziger Wermutstropfen: Die Sellerie‑Haselnuss‑Schnitte konnte leider nicht halten, was das Rezept eines Drei‑Sterne‑Kochs versprach. Optisch sehr schön, geschmacklich jedoch überraschend flach. Für diesen Abend war da keine Rettung mehr möglich.
Als knuspriges Element gab es noch eine Rotkrauthippe in Rosmarinform, die sowohl optisch als auch aromatisch überzeugte. Trotz der kleinen Schwäche bei der Sellerie‑Schnitte war es insgesamt ein toller, kraftvoller Gang in unserem Menü.
Zum Abschluss hatte sich Jens noch etwas Besonderes ausgesucht:
Tonkabohneneis mit Brownie-Crumble und Himbeer-Espuma
Ein Dessert, das den Abend zum perfekten Abschluss brachte. Das Tonkabohneneis war herrlich cremig, mit dieser warm‑würzigen Note, die irgendwo zwischen Vanille, Waldmeister und Mandel schwebt. Dazu der Brownie‑Crumble – schokoladig, leicht fudgy und dennoch fluffig.
Der Himbeer‑Espuma brachte schließlich die notwendige Frische und Säure ins Spiel. Luftig, fruchtig und farblich ein echter Hingucker, verband er alle Komponenten zu einem Dessert, das gleichzeitig elegant, verspielt und wunderbar ausgewogen war.
So hatten wir gemeinsam einen großartigen Abend, und auch unsere Damen waren begeistert – sie würden solche Abende künftig sehr gerne öfter erleben.
Nun ja, spätestens zum KiG und dem Ordensprovinzfest bieten sich auf jeden Fall die nächsten Gelegenheiten.











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