Chuchileiter-Treffen 31.1.2026

Zum jährlichen Chuchileiter-Treffen waren wir in diesem Jahr die Gastgeber. Mit Freude empfingen wir den Landeskanzler sowie die Leiter aller zwölf Chuchinen unserer Ordensprovinz und konnten unsere Sitzung pünktlich eröffnen. Jeder Chuchileiter gab einen Bericht über das vergangene Kochjahr ab, sodass man einen umfassenden Eindruck erhielt, wie das Jahr in den einzelnen Chuchinen verlaufen war.

Wie alle zwei Jahre standen auch diesmal die Wahlen des Landeskanzlers und seines Stellvertreters an. Herbert wurde als Landeskanzler für zwei weitere Jahre bestätigt, und als stellvertretender Landeskanzler wurde unser eigener Chuchileiter Markus neu gewählt. Anschließend wurden die gemeinsamen Termine des kommenden Jahres besprochen, darunter den Großrat, das KiG und das Ordensprovinzfest.

Im Anschluss luden wir – wie es Tradition ist – alle Gäste zu einem „kleinen“ Mittagessen ein. Nach der Sitzung wurde der Tisch zügig fertig gedeckt:


 und dann konnte es losgehen:


Foie Gras – Früchtebrot – Schokolade

Zum Amuse bouche reichten wir eine Foie-Gras-Praline, die auf einer dünnen Scheibe Früchtebrot ruhte und vollständig mit Zartbitterschokolade überzogen war. Ein Hauch Goldstaub sorgte für einen eleganten optischen Akzent. Ein einziger Bissen, der im Mund erstaunlich viel passiert: Zunächst entfaltet sich das feine Aroma der Foie Gras, dann verbinden sich beim Kauen die würzigen und fruchtigen Noten des Früchtebrots. Schließlich legt sich die herbe Schokolade wie ein weicher Mantel darüber und hinterlässt ein vollmundiges, lang anhaltendes Aroma. Dazu gab es ein kleines Glas Sekt – ein perfekter Auftakt.

Darauf folgte direkt ein Dreierlei von Snacks:


Hühnerfeder - Karottentartar - Forellen-Rillettes

Auf dem Teller befand sich in der Mitte die sogenannte „Hühnerfeder“ – zwei filigrane Knuspertuilles aus einem Teig mit getrockneter Hühnerhaut. Dazwischen eine cremige Hühnerfrikassee-Mousse, verfeinert mit ein paar Tropfen Avocadocreme. Nicht nur optisch ein Highlight, sondern auch geschmacklich ein Volltreffer: herrlich knusprig, intensiv aromatisch und vollmundig, mit feinen Säurespitzen aus der Avocadocreme, die das Ganze perfekt ausbalancierten.

Im Vordergrund ein Forellen-Rillettes mit feinem Staudensellerie auf einem Buchweizen-Tartelette, getoppt mit Forellenkaviar. Eine elegante Kombination aus Frische, Würze und knackiger Salzigkeit.

Das zweite Tartelette im Hintergrund gefüllt mit einem Karottentatar, einem aromatischen Orangenschalen-Gel und einer Crème-fraîche-Creme gefüllt. Auch dieses Häppchen überzeugte durch seine feine Abstimmung und kam bei allen Gästen hervorragend an.


Rosmarin-Grapefruit-Gin-Fizz Mocktail

Zur Vorspeise gab es dann eine Scheibe:


Pâté en croûte mit Feldsalat

Die Pâté en croûte war stark an ein Rezept von Jan Hartwig angelehnt. Der Teig jedoch war kein klassischer Pastetenteig, sondern mit Esskastanienmehl verfeinert – was ihm ein deutlich aromatischeres Profil und eine feinkrümeligere Textur verlieh. Die Füllung bestand aus grob gewolftem Schweinefleisch, Kalbszunge, Foie gras, Aprikosen, Pflaumen und Pistazien. Abgeschlossen wurde die Pastete mit einer Schicht aus gerösteten Haselnüssen in einem klaren Gelee. Dazu gab es kleine Röschen Feldsalat mit einer feinen Kartoffelvinaigrette. Ein exquisiter Gang, der zusammen mit dem Gewurztraminer aus Eguisheim breite Zustimmung fand.

Zum nächsten Gang wurde es maritim mit einer:


Minestrone

Um den Spannungsbogen des Menüs zu halten, kam diese Suppe keineswegs leise daher. Sie präsentierte sich mit einer deutlichen Rauchnote vom Speck, der Intensität von Parmesan, Tomate und Paprika sowie der frischen Säure von den Cocktailtomaten. Eine kraftvolle, aromenreiche Kombination, die sofort Präsenz zeigte.

Ein kleiner Schmunzler am Rande: Die gewählte Nudelform war für manche vielleicht etwas zu groß für eine Suppe – geschmacklich jedoch überzeugte der Gang auf ganzer Linie.


Voller Einsatz beim Anrichten vom Hauptgericht

Kein Menü ohne Hauptgericht. Also folgte was kommen musste:


Rinderroulade, Petersilien-Serviettenknödel und pochierter Lauch

Es erwartete uns eine hauchdünn geklopfte und perfekt zarte Rinderroulade, die lange in einer intensiven Rinderbrühe geschmort worden war – aromatisiert durch Speck, Senf und Gewürzgurke. Ein klassisches Gericht, das hier in seiner besten Form auf den Teller kam.

Um die wunderbare Soße gebührend aufnehmen zu können, wurden zwei Scheiben Petersilien-Serviettenknödel gereicht, dazu drei Stücke pochierter Lauch. Begleitet wurde der Gang von einem kleinen Schluck Black Print 2020 von Markus Schneider – kraftvoll, rund und perfekt passend.

Und was wäre ein Menü ohne Abschluss? Also ließen wir uns das folgende Dessert munden:


Salzbutter – Tonka – Mandarine

Das Mandarineneis aus frisch gepresstem Mandarinensaft, intensiviert mit etwas fein abgeriebener Mandarinenschale, war cremig-weich, herrlich aromatisch und in Süße wie Säure perfekt ausbalanciert. Dazu gab es eine dünne Scheibe karamellisierter Mandarine, die mit ihrer leicht herben Süße einen wunderbaren Kontrast setzte. Ergänzt wurde das Dessert durch ein Tonka-Türmchen – eine kleine, kunstvoll geschichtete Komposition, deren feine Tonkabohnen-Note dem Teller eine warme, vanillige Tiefe verlieh.



Tonka - Türmchen

Die Basis bildete ein Tonka-Sablé – zartsplitrig, aromatisch und angenehm crunchy. Ganz oben thronte ein Salzbutter-Karamell-Drop, ebenfalls mit Tonka aromatisiert, aber vor allem mit Kaffir-Limettenblättern, deren intensives, fast schon exotisches Aroma eine überraschend stimmige Verbindung einging. Dazwischen befand sich eine Creme aus karamellisierter weißer Schokolade, die mit ihrer warmen Süße die kräftigen Aromen elegant auffing.

Ein kleiner Happen – aber nach einem Menü dieser Fülle vollkommen ausreichend. Zusammen mit dem Mandarinensorbet wurde daraus ein Spiel für alle Sinne, das Texturen, Temperaturen und Aromen perfekt vereinte.

Ein Dessert, das nicht nur optisch glänzte, sondern den Abschluss des Menüs auch geschmacklich auf höchstem Niveau abrundete.

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