Kochabend 08.05.26
Zum 8. Mai hatte Jörg seinen Kochabend unter das Motto "Tag der Befreiung und
Neubeginn" gestellt.
Ein Abend, der nicht nur kulinarisch spannend war, sondern auch erzählerisch – aufgebaut wie eine kleine Reise durch Notzeit, Auflösung und Wiederaufbau.
Zum
Auftakt ging es bewusst schlicht und symbolisch los:
Durch Krieg hungerten die Menschen. Es gab nicht viel Abwechslung auf dem Speiseteller. Man musste sich mit dem begnügen, was noch vorhanden war.
So starteten wir mit:
Verbrannte Erde - Kartoffelschalen in Notzeit-Art
Frittierte Kartoffelschalen und dazu ein Schmalzbrot.
Ein aromatischer Gruß aus der Küche: Geröstetes Wurzelgemüse (Kartoffel-, Pastinaken- und Karottenschale) und ein dunkles Sauerteigbrot mit etwas Griebenschmalz, leicht "verbrannt" - als symbolischer Blick auf das was zerstört wurde, und gleichzeitig als Grundlage für etwas Neues.
Der Königsberger Klops zerstört in Fragmente, der Geschmack vertraut aber die Form ist dahin. Die Kapern klassisch ein Teil der Sauce, nun isoliert, betont und crunchy durch das frittieren Die Sauce keine klassische Mehlschwitze sondern nur eine leichte Jus mit Zitrusnote, punktuell aufgetragen und nicht mehr allgegenwärtig. Die Roten Beete in 3 Texturen stehen mit Ihrer Farbe für Bruch, Blut und Geschichte und stellen dabei in der Dreiteilung Vergangenheit, Gegenwart und Erinnerung dar. Die Kartoffel ebenfalls zerstört als kleine Würfelchen leicht und fast immateriell.
Im Gang 3 wird der Neubeginn sichtbar in Form von:
Festlicher Cedri-Zitronen-Frekeeh-Salat mit geräuchertem Auberginenpüree, gegrillten Sumac-Tomaten & Granatapfel
Frisch und farbenfroh will der Neubeginn sein. Er vereint die Frische Siziliens mit dem erdigen Geschmack von Frekeeh aus der levantinischen Küche. Das Frekeeh, ein geräucherter grüner Weizen, noch etwas verstärkt mit geräuchertem Paprikapulver war die Basis, darauf etwas Auberginenpüree mit Tahini und Streifen und Filets von der Cedri-Zitrone.
Dazu noch etwas Salat aus Zwiebeln, Koriander, Gurke, Oliven, Feta, Granatapfelkerne und Pistazien. Dann noch gegrillte Sumac-Tomaten.
Es ist ein Gericht, das Brücken schlägt – so wie die Freundschaften, die nach dunklen Zeiten neu entstanden. Lasst uns gemeinsam genießen, erzählen und feiern.
Dann folgte ein kleiner Zwischengang:
Matjessalat
Ein kleiner Happen Matjessalat mit Dinkelcracker, frisch und fluffig angemacht. Dazu noch ein kleines Schlückchen Prosecco mit Gurke und Minze:
Zum Hauptgang wird es wieder opulent mit einem Klassiker aus der französischen Küche:
Sanft geschmorte Rinderwade in kräftiger Rotweinsauce mit Schalotten, Champignons und Speck. Das Fleisch perfekt gegart mit einer voll aromatischen Sauce, die durch den gewählten Speck doch vielleicht ein Tick zu rauchig war. Aber trotzdem ein echter Wohlfühlgang.
Ein festliches Gericht, das Wärme Gemeinschaft und geteilten Genuss in den Mittelpunkt stellt.
Ein verspieltes Finale:
Eine süße Hommage an Königsberg, neu gedacht und hoffnungsvoll in die Zukunft blickend.
Vielen Dank an Jörg für die Idee, das Konzept und die Umsetzung. Und ja: Der Einsatz von KI hat funktioniert – und wir hatten einen richtig schönen Abend.
Im nächsten Monat wird es keinen klassischen Kochabend geben. Dann bekommen wir Besuch von Kochbrüdern aus anderen Chuchis unserer Ordensprovinz und probekochen gemeinsam das Menü für das Ordensprovinzfest im September.
Wir freuen uns schon sehr darauf!









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