30 Jahre Chuchi Ruzilo gefeiert mit dem Ordensprovinzfest 2026 in Rüsselsheim
Anlässlich unseres 30-jährigen Jubiläums richteten wir das Ordensprovinzfest 2026 aus. Dazu luden wir alle Kochbrüder und Schwägerinnen aus den zwölf Chuchis unserer Ordensprovinz nach Rüsselsheim ein. Bereits in den Tagen zuvor hatten wir den Festungskeller hergerichtet und einen Großteil der Speisen vorbereitet.
So konnten wir um 11 Uhr in der Festung Rüsselsheim knapp 100 Gäste begrüßen. Zum Empfang reichten wir Winzersekt vom Weingut Eckhard aus Schwabenheim sowie eine Auswahl von vier verschiedenen Quiches:
- Quiche Lorraine
- Kartoffelquiche mit Ahler Worscht
- Grüne-Soße-Quiche
- Tomatenquiche mit mediterranen Kräutern
Frisch gestärkt konnten die Gäste anschließend das Stadt- und Industriemuseum besichtigen. Ein großer Teil nutzte außerdem das schöne Wetter für eine Führung durch die Wallanlagen der Festung.
Einige Kochbrüder verzichteten dagegen auf das Kulturprogramm und machten sich in der provisorisch eingerichteten Küche des kleinen Festungskellers an die Vorbereitung der letzten Komponenten für das geplante Sechs-Gänge-Menü.
Pünktlich um 14 Uhr war alles nach Plan vorbereitet. Die kalten Komponenten der ersten beiden Gänge waren bereits angerichtet, und die Besucher der Führungen kehrten rechtzeitig zurück. Schnell fand jeder seinen Platz an den festlich gedeckten Tischen und ließ sich bereits das Baguette mit aufgeschlagener Bärlauchbutter schmecken.
Nach einer kurzen Begrüßung durch unseren Chuchileiter Markus servierten die Servicekräfte das Amuse-Bouche. Die Menükarte verriet bewusst nur wenig über die einzelnen Gänge. Umso größer war die Überraschung, als die kunstvoll angerichteten Teller vor den Gästen standen.
Markus erläuterte dann direkt den Gästen an jedem Tisch die einzelnen Komponenten von jedem Gang.
Ein fein geschnittenes Champignon-Tatar, bewusst puristisch gehalten und lediglich mit Schalotten, Knoblauch, Zitrone sowie Salz und Pfeffer gewürzt. Dazu ein Zitronengel für die frische Note sowie eine intensiv-aromatische Pilzrinde, ein knuspriger Milchhaut-Crisp mit Steinpilzaroma.
Das Auberginen-Tatar war mit Essiggurken, Kapern, Paprika, Ketchup und Sweet-Chili-Sauce abgeschmeckt und wurde mit knusprig frittierten Kapern garniert.
Das Rote-Beete-Tatar erhielt durch Apfelwürfel und Kapern zusätzliche Frische und wurde mit einer Haselnuss-Mayonnaise sowie gerösteten Haselnüssen serviert.
Nach diesem Gang dürfte selbst der überzeugteste Fleischliebhaber nichts vermisst haben.
Vor dem zweiten Gang richtete unser Landeskanzler Herbert einige Worte an die Gäste. Er betonte, wie sehr die jährlich stattfindenden Ordensprovinzfeste und die regelmäßigen Stammtische den Zusammenhalt und Austausch innerhalb unserer Ordensprovinz fördern.
Auch dieses Fest war ein Gemeinschaftswerk. Die elf Rüsselsheimer Kochbrüder stemmten das Menü nicht allein. Bereits am Vorabend hatten rund 14 Kochbrüder anderer Chuchis unterstützt, geschnibbelt, Tische gerückt und eingedeckt. Genau die Arbeiten, bei denen zusätzliche Hände besonders wertvoll sind. Auch am Veranstaltungstag selbst war die Unterstützung groß: Die Chuchi Biebesheim übernahm den Fischgang, während die Wormser Kochbrüder beim Dessert tatkräftig mithalfen.
Begrüßt wurden selbstverständlich auch Gäste von außerhalb unserer Ordensprovinz. Unsere Clubsekretärin Monika und Majordomus Thomas waren der Einladung gefolgt. Seit diesem Fest wissen wir übrigens noch besser, warum wir einen Majordomus haben. Dass Thomas seit Jahren das KiG organisiert, war bekannt. Doch er besitzt noch weitere Talente: Als unsere Mayonnaise für das Tatar einfach nicht so wollte wie wir, griff er kurzerhand ein und zauberte im Handumdrehen eine perfekte Majo.
Mit dem Ende von Herberts Rede wurde die Vorspeise serviert:
Aus‘m Gadde
Sellerie – Pilz – Belper Knolle
Ein lauwarmer, intensiver Pilzfond, in dem fünf kleine Sellerieröllchen standen, gefüllt mit roh mariniertem Sellerie und Ringelbete. Dazu Belper Knolle und Erdnüsse für den Crunch.
Die Augen wurden groß, als die Teller aufgetragen wurden. Im Anschluss gab es viel positives Feedback zu diesem außergewöhnlichen Gang.
Anschließend präsentierten die Biebesheimer aus der vergleichsweise dunklen Küche des Festungskellers einen wunderbar leuchtenden und farbenfrohen Fischteller:
Konfierter Seesaibling, kurz abgeflämmt, auf Avocadocreme. Dazu ein Apfel-Radieschen-Salat sowie gepickelte Radieschen und Osmose-Äpfel in den Aromen Calvados, Yuzu-0%-Gin und Yuzu-Timutpfeffer.
Zwischen den Gängen gab Markus einen Einblick in die Geschichte der Chuchi Ruzilo, die vor 30 Jahren von Martin Kröner gegründet wurde und trotz vieler personeller Veränderungen bis heute personell stark aufgestellt ist. Besonders erfreulich: Ein Gründungsmitglied gehört noch immer zu unseren Reihen.
Darüber hinaus dankte Markus der Stadt, den Schulhausverwaltern, der Schulleitung und allen weiteren Unterstützern, die es Ruzilo seit drei Jahrzehnten ermöglichen, in Schulküchen Vereinsleben und Kochkunst zu pflegen. Ein besonderer Dank galt auch den Reinigungskräften, die stets zuverlässig für blitzblanke Küchen sorgen, sowie allen Helfern, die an Vorbereitung, Planung und Durchführung des Festes beteiligt waren.
Während nun ein Zwetschgensorbet als kleine Erfrischung vor dem Hauptgang serviert wurde, spielte die elfköpfige Darmstädter Band „Get Ready“ ihre erste Session aus Rock- und Popsongs der 70er-, 80er- und 90er-Jahre:
Eine cremige, aromatisches Zwetschgensorbet, begleitet von einer feinen Pekannuss-Pfeffer-Hippe.
Nach dieser ersten Runde großartiger Livemusik, deren besonderer Reiz vor allem durch die drei Saxophone entstand, lief in der Küche bereits alles auf Hochtouren für den Hauptgang:
Kalbstafelspitz, sous-vide rosa gegart und anschließend kurz angebraten, um zusätzliche Röstaromen zu entwickeln. Dazu Süßkartoffel-Polenta, Zwiebelchutney, Kalbs-Gemüse-Demi-glace sowie ein Rosmarin-Tuile.
Das Fleisch war butterzart und unglaublich saftig. Und erneut sorgte das Tuile für Bewunderung. Wieder blickten wir ausschließlich in zufriedene und glückliche Gesichter die das Gericht genossen.
Doch was wäre ein gelungener kulinarischer Abend ohne ein passendes Dessert?
Im Mittelpunkt stand ein Stracciatella-Parfait, umgeben von einer herrlich cremigen Mousse au Chocolat. Eine Hommage an unseren ehemaligen Chuchileiter und Ruzilo-Gründer Martin, dessen Rezept wir hierfür verwendeten. Gekrönt wurde das Dessert von Portweinfeigen und Wacholder-Sablés.
Zum Dessert spielte die Band noch einmal richtig auf, und so wurde auch das Tanzbein geschwungen. Langsam neigte sich das Fest dem Ende entgegen.
Es tat gut, sich wiederzusehen, schöne Gespräche zu führen, gemeinsam Erinnerungen aufleben zu lassen und zugleich den Blick nach vorn zu richten. Sei es bei einem der nächsten Stammtische, einer Kochprüfung oder ganz bestimmt bei der Gründungsfeier und dem kommenden Ordensprovinzfest der neuen Chuchi Bergstraße in Alsbach.
Dort werden wir sicher wieder mit dabei sein – nicht nur zum Feiern, sondern gerne auch zum Mitgestalten.
Wir freuen uns schon jetzt darauf und auf die nächsten 30 Jahre von Ruzilo.
Hier noch ein paar Impressionen:
















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